Weihnachtsregeln 2010

Und schonwieder ist ein Jahr fast vergangen und schonwieder steht Weihnachten bevor. Aus diesem Anlass lese (/schreibe) ich wie jedes Jahr (das ist eigentlich mein erstes Mal) die Regeln für Weihnachten vor.

  1. Jeder schenkt seiner Mutter etwas (ohne Ausnahmen!). Dabei kann das Geschenk von mehreren Personen zusammengelegt werden. Dementsprechend muss dann aber auch der Preis des Geschenkes erhöht werden (das Limit).
  2. Brüder schenken sich gegenseitig nichts!
  3. Zusatz: Dem Kleinsten aus der Familie (damit meine ich mich!) wird trotz Regel Nr. 2 etwas geschenk. Er muss ihnen jedoch nichts schenken!!!
  4. An Weihnachten muss (obwohl es jedes Jahr immer Regelverstöße gibt) die ganze Familie zusammenkommen (die paar Ausnahmefälle sind jene, die wir nicht mögen).
  5. Ein Weihnachtsbaum ist Pflicht, um das Ambiente in der Weihnachtszeit zu erhalten (egal ob Plastikbaum oder echt).
  6. Für Essen muss reichlich gesorgt sein (Nagyi, dein Aufgabenbereich). ;)
  7. Bescherung gibt es nach dem Essen!
  8. Wer keine Ideen hat was er einem schenken soll, der ist mit Bargeld immer gut beraten (weil Bargeld lacht). xD
  9. In oder nach den Feiertagen geht es ab in die Weihnachtsferien und in nahegelegene Städte.
  10. Der 25. und 26. sind Ruhetage. Essen darf dann nicht fehlen!

Ich weiß, es ist noch ein bisschen unausgefeilt, aber im Endeffekt versteht jeder was zu tun ist! An Weihnachten geht es um Liebe (und um Geschenke!), deshalb lasst uns nicht die Zeit vergeuden, um keine Ahnung was zu machen.

Frohe Weihnachten.

Die 66¢ Melone

Bevor ich heute bei Kupsch vor der Türe stand, hatte ich bereits den ALDI in der Innenstadt abgegrast. Eigentlich war nurnoch eine Melone zu besorgen, aber wie sich herausstellen sollte, hatte es die in sich.

Die junge, türkischstämmige Tante war gerade dabei das Angebot der Woche ins Regal einzuräumen. Hübsch geviertelt legte sie die Melonenstücke vorsichtig nacheinander hin. Auf meine Frage, ob es denn auch noch ganze gäbe, kam mir nur Erstaunen entgegen. Die würden kaum mehr nachgefragt. Unten im Wagen griff ich mir die größte der letzten drei gebliebenen.

Angebot der Woche bei Kupsch: Melone

An der Kasse rollte die Melone auf die Waage, es piepte kurz, und schon war der Preis von €2,49 ermittelt. Dumm nur, dass Melonen diese Woche ja im Angebot sind. Also blätterte die Kassiererin im Prospekt, fragte mich, ob das denn nun bedeute, die Melone an sich koste €0,66 – und mit meinem Ja stornierte sie auch schon, tippte den neuen Pauschalpreis ein.

Das ist doch einmal ein hübscher Preis für eine Riesenmelone!

Melone und Beatrix' Fuß

Bulgarien Bálint vs. Joghurt

Während sich Bálint in Bulgarien die Sonne auf den Bauch scheinen hat lassen, grüßte Beatrix und mich bei unserem ersten gemeinsamen Netto-Besuch heute ein lustiger alter Kauz vom Kühlregal.

Bulgarischer Joghurt im Kühlregal

Ohne Worte. Dass der “Echt Bulgara Joghurt” aus Nürnberg stammt, verwundert natürlich nur den Milch-Laien.

Túlélötábor

… bedeutet auf deutsch “Überlebenscamp”. 5 Tage und 6 Nächte verbrachte ich in einem Häuserkomplex aus dem 2. Weltkrieg am abgelegensten Fleck vom Balaton, Ungarn, meine kostbare Zeit. xD

Aber erst zum Anfang: Samstag; ich fahre zu meiner Tante und meinem Onkel zu Besuch. Dort werde ich von meinem kleinen süßen Cousin in Empfang genommen. Meine Mutter setzt mich ab. Kurze Zeit spreche ich unter 8 Augen über meine Freizeit (dass ich den ganzen Tag vor meinem Mac sitze). Im nächsten Moment ist meine Tante vor dem PC, sucht nach Camps am Plattensee und hängt am Telefon um nachzufragen, ob man sich noch anmelden kann. Tamas, der Leiter sagt zu, aber ich bin bekomme bis um 6 Uhr abends Bedenkzeit. Nach der folgenden einen Stunde treffen sich meine Verwandten mit meinen Eltern in der Stadt um Mittag zu essen. Dort sagt meine Mutter zu und ich auch. Wieder bei meinem Onkel zu Hause angekommen ruft meine Tante Tamas an und sagt ihm zu. In der Zeit läuft meine Mutter zum H&M und kauft mir Socken und Boxer. Danach kommt sie zu uns. Ich muss Anziehsachen von dem Bruder meiner Tante anprobieren, da ich nichts dabei habe, außer einer Jean und einem T-Shirt. Meine Mutter verschwindet Richtung Wien, ohne mich. Ich bekomme Abendessen und mache mache mich danach auf dem Sofa bereit, um dort die Nacht zu verbringen. Ich schlafe ein. Aufgewacht dusche ich mich zum letzten Mal, esse mein Frühstück und putze mir die Zähne auf der elektrischen Zahnbürste meines Onkels, auf die ich einen Zahnbürstenaufsatz bereitgestellt bekommen kriege. Danach fahren wir mit meinem verschlafenen, 16 Monate alten Cousin Richtung Balaton. Auf dem Weg halten wir beim Auchan, um mir Drogerieartikel zu kaufen (Zahnbürste, irgendwas gegen Mücken und soche Sachen, die mir gerade nicht einfallen). In Zánka angekommen, finden wir auf anhieb Europas größtes Jugendlichen-Zentrum (oder so). An der Schranke erklärt uns ein Security-Man den Weg zu meinem Haus. Angekommen, begrüßt mich einer der,wie sich später herausstellt, 18 Teilnehmer. Er heißt Mark und ist Ungar, lebt aber in England. Die Aufseher (zwei nette Damen) sagen uns, dass wir noch beruhigt an den Strand fahren können, weil wir noch genügend Zeit haben (drei Stunden). Wir fragen Mark, ob er an den Strand will. Er sagt ja. Wir fahren runter, Fahrzeit: ca. 10 Minuten. Dort gehe ich mit Mark ins Wasser. Nach einer Zeit beschließt er wieder hochzugehen, weil es ihm langweilig wird. Ich bleibe noch ungefähr eine Stunde, danach fährt mich mein Onkel wieder hoch. Er fährt, ich bleibe.

Wir waren schon am ersten Tag beim Wasserski. Ich habe mich eher am Wakeboard orientiert, da ich “very well” snowboarden kann ;)

Danach kam Paintball, Hochseilgarten, zwischendurch immer am Strand, Gulasch kochen bei Nacht, nach Tihany wandern, eine Höhle besichtigen, Nachtwanderung, an Felswänden klettern und solche Sachen, die mir gerade nicht einfallen wollen.

Alle sagten, man müsse nur das Essen überleben. Es war nicht sehr lecker…
Im Kino war ich auch. Plan B für die Liebe; Preis: 650 Forint, umgerechnet ca. 2.32€.

Mädchen gab es auch, nicenice ;)

Ich bekam sogar noch so Ohrwürmer, da die Zigeuner aus dem anderen Haus immer diese Musik hörten, die ich gerade höre.

Fazit: Ich bin 300€ ärmer, habe aber viele Kontakte geknüpft, hab’ paar nette Mädls kennengelernt, 7 Tage nichts Richtiges zu futtern gekriegt, ungefähr 20 Schokoriegel gegessen, 7500 Forint ausgegeben, ca. 3 Mal geduscht, 20km gewandert, 20 Kilo abgenommen, geschätzte 6000 Zigeuner getroffen, bestimmt über 10 Mückenstiche abbekommen, über 3000 Sonnenblumenkörner aufgemacht und gefuttert, insgesamt 8 Stunden im Wasser verbracht, um die 10 Mal bei Blitzeinschlägen zusammengezuckt, viele Male Wildschweine gesehen und mir gedacht, ob ich sie erschießen und als Abendessen auffuttern soll, 2 Äpfel an die Wand geworfen, mindestens 100 Liter Mineralwasser getrunken, und und und…
aber nach einem Tag begreife ich, wie affengeil es war. Nächstes Jahr gib’s WasserskiCamp und noch andere…., ich werde dort sein!

Ich danke meinen Betreuern, sie waren sehr nett zu mir. Wenn ich z.B. etwas nicht verstanden habe, dann haben sie es mir erklärt. Nicht weniger wie Zsuzsa Néni ;) harrr harrr

Am Ende bekam ich einen Kugelschreiber, der mich, wie ich zum einem meiner Betreuer sagte, 300€ kostete. :DDD

Blau und Rosa

Als wir mit Beatrix in den letzten Tagen ein wenig im Park spazieren waren, überkam uns die Fotolust.

Beatrix in Blau

Das Ergebnis bilden die Alben in “Blau” und “Rosa“. Beides bei Flickr.

Beatrix in Rosa mit Kamera im Anschlag

Urgroßvater József Várdai und der Garten

Heute ist ein Freudentag! Der erste Filmstreifen des Nachlasses meines Großvaters Dr. József Várdai hat gleich einen echten Schatz zu Tage gefördert, der das schöne Landleben meiner Familie in Bihardiószeg zeigt. Nun ist also auch Urgroßvater József Várdai mit seinem Garten im Internet vertreten.

Ist das kein Bild? Stolz steht Urgroßvater vor seinem Haus.

So sehen die Aprikosen in diesem Jahr aus.

Der Garten ist groß und gibt viel her!

Hinten auf der Wiese suhlen sich die Büffel im Schlammloch. Die Rinder schauen zu.

Das war ein schöner Rundgang.

Mehr Bilder gibt es bei Flickr.

Kirschen am Wegrand

Wenn man in Würzburg um eine Ecke geht, erlebt man in der Regel immer etwas, das man zuvor kaum erahnt hätte. Ob die auf dem nachfolgenden Photo abgebildeten, schätzungsweise zehn Kilo Kirschen wohl zufällig auf dem Gehweg vor dem Universitätsgebäude lagen, oder dort mit Absicht von einem dekadenten Kirschliebhaber abgelegt wurden, wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben.

Kirschen am Wegrand

Twitter

Twitter wird zum wichtigsten Informationsmittel. Bei dem Unglück heute in Duisburg auf der Loveparade starben 17 Menschen. Andere fanden es Sekunden später auf Twitter per Statusupdates heraus. Ich wühle mich durch ungefähr 100 Tweets pro Minute. Eltern / Freunde / Bekannte / Verwandte suchen nach ihren Kindern. Durch Twitter verbreiten sich Nachrichten wie ein Lauffeuer. Da frage ich mich, ob man nicht daraus einen Fernsehsender machen sollte ?! Die ersten Suchlisten werden erstellt. Jeder hat Angst. Erst nach 3 Stunden sieht man etwas im Fernsehen, aber nicht so detailliert wie in den Statusupdates von Twitter. Es werden mit Handys Videos aufgenommen, wie Leute sterben. Keiner hilft ihnen, die sog. Raver behindern die Sanitäter. 1400 Polizisten sind anwesend. An denen hat es nicht gelegen. Doch dieser Tunnel. Ein Verhaltensforscher, diese dumme Nudl, hat den Tunnel nicht bemängelt. Wie sollte das funktionieren? Durch diesen Tunnel hätten 1,4 Millionen Leute kommen müssen. Um 5 Uhr Mittags drängten sich 1 Millionen vor diesem Tunnel. Viele versuchten über ein Gerüst hochzukommen. Die Polizei hatte Mitleid und half ihnen, schätzungsweise 7 Meter hochzuklettern. Jetzt erfahre ich, dass der Presseeingang sogar breiter war als der Tunnel. Und das war nicht alles: Der ehemalige Güterbahnhof war nur für 350.000 Feiernde bestimmt. 1,4 Millionen wären gekommen. Das wären 6 Menschen auf einem Quadratmeter gewesen. Das is ja noch schlimmer als in einer Legebatterie!

Dieses Bild wurde mehrmals auf Twitter gepostet:

LoveParade Gelände im Vergleich

Letztes Jahr musste Bochum, trotz des 20. Jubiläumsjahres, die Loveparade wegen Sicherheitsaspekten absagen. Das hätte Duisburg mit nicht mal 500.000 Einwohnern zu Denken geben müssen, da die dreifache Menschenmenge gekommen wäre. Dies hätte ein Highlight der Ruhr 2010 werden sollen. Unter Anderen hat David Guetta abgesagt, in der Stimmung wäre eh nich mehr viel draus geworden. Die Musik lief weiter, als man von dem Unglück wusste. Keiner sagte was. Bis zum Ende (12 Uhr) wussten Viele nichts. Ab 12 Uhr wurde dann Meeresströmung eingespielt. Es wurden zusätzlich viele Busse und Züge eingesetzt. Viele stiegen aber auch irgenwo rein und landeten dann in Düsseldorf, von wo aus aber keine Anschlusszüge fuhren. Dr. Motte, der Gründer der Loveparade, kritisierte diesen Vorfall scharf.

Es wird wohl die letzte Loveparade gewesen sein…

Várdai-Korrespondent live in und aus Wien

Update: Die Polizei spricht heute von 19 Toten.

Traumhochzeit

Nach langen Wochen des Herumrennens, der zahllosen Dokumente und des Verwirrspiels der Behörden sind wir nun endlich an einem Punkt angelangt, da wir genau wissen, was uns mit der bevorstehenden Traumhochzeit erwartet. Doch langsam!

  1. Wie kommt man bei unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten an die beiderseits benötigten Ehefähigkeitszeugnisse? Nun, zum Einen garnicht, und zum Anderen nur mit Mühe. Denn an ein deutsches Ehefähigkeitszeugnis kommt man erst, wenn man ein ungarisches Ehefähigkeitszeugnis der künfrigen Ehefrau vorweisen kann.
  2. Wie aber kommt man zu einem ungarischen Ehefähigkeitszeugnis der künftigen Ehefrau? In Ungarn, in dem man das Ehefähigkeitszeugnis des künftigen deutschen Ehemannes vorweisen kann. Wie? Das geht wegen Punkt 1. nicht?
  3. Man besorgt das ungarische Ehefähigkeitszeugnis der künftigen Ehefrau bei der zuständigen Auslandsvertretung, namentlich dem Ungarischen Konsulat in München, bei dem nur die Anwesenheit des künftigen Ehemannes von Nöten ist, nicht aber dessen Ehefähigkeitszeugnis.
  4. Um sich an das Ungarische Konsulat in München wenden zu können, ist deren Zuständigkeit festzustellen.
  5. Um die Zuständigkeit des Ungarischen Konsulates in München festzustellen, muss die künftige Ehefrau ihren Wohnsitz in Ungarn aufgegeben haben, das diesbezügliche Schreiben aushändigen und sich einen neuen Personalausweis ausstellen lassen.
  6. Bei der Stadtverwaltung in Würzburg wird ein neuer Wohnsitz angemeldet.
  7. Der neue Personalausweis wird beim Ungarischen Konsulat in München eingezogen, der neue Wohnsitz in Deutschland überprüft, und stattdessen ein vorübergehender Ausweis ausgestellt. Dies aber auch nur, wenn man ein Passbild dabei hat.
  8. Mit dem neuen Ausweis wird von der selben Dame am selben Schalter das Ehefähigkeitszeugnis ausgestellt.
  9. Mit dem neuen Ehefähigkeitszeugnis erscheint man am Standesamt in Würzburg. Dort bekommt man gesagt, dass das teuer bezahlte, von einem ungarischen Konsul unterschriebene Ehefähigkeitszeugnis nach deutschem Recht nur ein halbes ist, und daher der bislang angesammelte Aktenberg – mitsamt einigen anderen kleinen Texten, Erklärungen, Formularen und sonstigen Versicherungen an Eides statt – nach Bamberg an das Oberlandesgericht geschickt werden muss, wo derzeit alle im Urlaub sind, und man mit einer zügigen Bearbeitungszeit von nur 6 Wochen rechnen kann.

Grüner Riesenausflug

Unser heutiger kleiner Ausflug sieht von oben betrachtet eher wie der Weg eines Geisteskranken aus. In Wirklichkeit aber haben wir vom Ringpark, den Papageien darin, dem Blumenmeer und einigen Entenschwärmen angefangen, über den Residenzgarten und die weitläufigen Parkanlagen fast alles Grün gesehen, dass es zu sehen überhaupt lohnt.


Auf dem Rückweg dann noch schnell zu Kupsch und Lidl, zum Bäcker und sonst über große Umwege wieder zurück nach Hause.