München, Haptstadt Bayerns. Mit großen Erwartungen zieht es all seine Landeskinder hin zu seinem Schoße – bis, ja bis der Tag kommt, an dem man ihr gegenüber steht.
So beschaulich die Isar auch durch das Häusergewusel fließen mag, so enttäuschend war doch die Erkenntnis, in Hitze und Menschengewühl regelrecht unterzugehen. Aber da war der Ausflug bereits mehrere Stunden alt, hatten wir bereits Nürnberg, Augsburg und einige weitere kleine Stationen hinter uns gelassen, waren in tiefster Nacht an entlegenen Orten aus und umgestiegen. Als Einzige.
Durch einen kleinen Fauxpas meinerseits waren wir allerdings in München Pasing auf die S8 in falscher Richtung gesprungen, und mussten – da es bereits drei Uhr war – vom Westkreuz zu Fuß an den Marienplatz zurückgehen. Dort angekommen machten wir vor einem Waschsalon eine unfassbare Bekanntschaft mit der wohl einzigen türkisch sprechenden ungarischen Straßendame Deutschlands. Ein Erlebniss, so schauderlich wie die vertrockneten Chickenburger, mit dreckiger Hand gefertigten Salate und Techno-schreienden Lautsprecher im McDonald’s am Hauptbahnhof. Auch ohne Worte: Die ausgewiesenen Coupons der Waschräume hätten nur beim Kauf eines Menüs in Anspruch genommen werden.
Von den ersten, nur durch die Silhouetten der Flugzeuge durchbrochenen Morgenstrahlen am Flughafen Franz-Joseph-Strauß geküsst, starrten wir einem heißen Tag entgegen. Einen REWE-Markt, ein Café, und schließlich auch das Ungarische Konsulat hatten wir auf Anhieb entdeckt. Wo waren wir gelandet?

Genau um 9 Uhr morgens betraten wir das Gebäude. Nach einigen netten Formularen und einem endlos scheinenden Gang zum nächstbesten Passbildphotographen am Arabellapark– so schnell können 16€ für Nichts verschwinden – hatten wir sowohl das Ehefähigkeitszugnis, als auch einen neuen Pass für Beatrix in der Tasche. Edeka, Burgerking, fertig.
Alles in Allem ein Höllentrip, den man nicht wiederholen möchte. Details in den nächsten Tagen – oder nie.
komisch, dir passieren immer kleine fauxpas, die du danach nicht zugeben willst ;)
schachmatt!
Du siehst (und erlebst) alles viel aufmerksamer, als Andere…
Das macht Deine Schrift-Stücke so genüsslich! Ich möchte auch weiterlesen…