Archiv von Juni 2010

Liberaler Nichtraucherschutz

Viel wird heute geredet über Nichtraucherschutz in Bayern. Da sieht man Plakate an jeder Laternenstange, Aktionsbündnisse in allen Straßen herumhampeln und Stimmen für die anstehende Volksabstimmung am 4. Juli zusammenkratzen. Alles Schmarn.

Argumente? Nein danke. Der gesetzliche Stand der Dinge ist, dass einigen Gaststätten das Rauchen zugestanden wird, anderen nicht. Die genauen Regelungen sind dabei belanglos. Belanglos ist aber nicht, dass diese von der FDP in der Koalition mit der CSU mitgetragen wird. Das Bündnis von Privatleuten und einigen Oppositionsparteien für absolutes Rauchverbot kann außerdem als sachorientiert eingestuft werden.

Was aber ist dann liberale Linie in diesem Zusammenhang? Grundsätzlich, jedem die Wahl zu lassen ob er rauchen will oder nicht. Dem gegenüber steht aber ein anderer Teil der Bevölkerung, der ebenso frei entscheiden möchte, dass er nicht “mitrauchen” will. Wo aber die eine die andere Freiheit bedroht ist, bedarf es einer Regelung: Einer konkreten – und im Sinne der Einfachheit und des Bürokratieabbaus – minimalistischen Lösung.

Ich bin daher der Meinung, dass man – obwohl selbst Nichtraucher – Mitbürgern die Freiheit lassen sollte, zu rauchen. Weil das aber nicht geht, ist die einfachste Lösung, es allen in öffentlichen Räumen zu verbieten. Damit jeder immer weiß, woran er ist, und es vor allem keine Benachteiligung zwischen den einzelnen Wirten gibt. Denn: Jeder sollte die gleichen Freiheiten haben, oder den gleichen Einschränkungen unterliegen.

Das ist liberale Politik.

Daher entscheide ich mich am Sonntag für die Initiative – und gegen die Linie der FDP und der Jungen Liberalen.

Kleingeld

Was bekommt man, wenn man etwas kauft? Genau: Kleingeld! Dieses zugegebenermaßen wertbehaftete, und dennoch geringgeschätzte Zahlungsmittel wird oft als Grund von Frauen angeführt, überhaupt erst ein großes Portemonnaie zu benötigen, was im weiteren Argumentationsgang wiederum eine Handtasche um jeden Preis bedingt. Aber genug der Ausschweifungen.

Ob es eine Familienkrankheit ist, oder nur die Unlust ständig mit ausgebeulten Taschen durch die Gegend zu laufen: Ich lasse mein Kleingeld nach erfolgter Einkaufstour immer zu Hause. So kommt es, dass ich – nachdem ich keine Lust hatte, den Berg und mehrere Kilo zur Bank zu schleppen –  schon seit fast drei Monaten meine täglichen Einkäufe mit ihnen decke. Zu Anfangs mit 20¢-Stücken an der Kasse zu stehen, mag sich etwas frech anfühlen. Doch dann kommt man darauf, dass die Wut der Kassierer vollkommen unbegründet ist. Genau so, wie sie einen meist schief anschauen, wenn man nur große Scheine dabei hat, soll nun das genaue Gegenteil der Fall sein?

Noch dazu gruppiere ich die einzelnen Münzen schon immer zu Fünferstapeln auf dem Tresen, und dennoch können sie nicht umher, das Ganze auchnoch langwierig nachzuzählen. Da fragt man sich nämlich auch langsam, ob die Kassierer wirklich kassieren können, oder jemals schon Geld zu Gesicht bekommen haben.

Und nun noch für alle Besserwisser: Solange es nicht mehr als 50 Stück Münzen sind, ist man von Gesetzeswegen (MünzG, §3) sowieso angehalten, selbst Kleingeldzahlungen zu akzeptieren.

Das bedeutet: Noch viele lustige Einkäufe.

Universitäre Abschlüsse

Wenn man einmal wissen möchte, welcher Einstufung in Deutschland der im Ausland erworbene Universitäre Abschluss entspricht, hat nun mit dem Anabin-Dienst des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst die Möglichkeit dazu.

Die Abschlüsse sind dabei nicht nur nach Ländern, sondern sogar nach vergebenden Institutionen aufgelistet. So kann man sich z.B. ganz genau erfahren, was der österreichische Magister denn nun wirklich Wert ist.

Genau so viel, wie nämlich hierzulande: Stufe A5.

Staatsbürgerschaft

Um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben, bedarf es – und ist das Internet nicht nett, uns das sogar zu verraten? – nicht etwa nur einer bestimmten gesetzlichen Aufenthaltsdauer in Deutschland, sondern gleich drei Voraussetzungen:

  1. Wie bereits gesagt, man muss mindestens zwei Jahre verheiratet sein, und drei Jahre in Deutschland gelebt haben. Mit Aufenthaltsgenehmigung wäre nicht schlecht, weil – und das wissen die Wenigsten – man sich im “grenzenlosen Schengenraum” ja nur drei Monate lang aufhalten darf, wo man will.
  2. Ein guter alter Einbürgerungstest der die Spreu vom Weizen, den Terroristen vom Hassprediger und den Unwissenden vom Freiheitsliebenden unterscheidet. Den gesamten Fragenkatalog kann man sich übrigens ebenfalls aus Internet herunterladen. Natürlich ohne Lösungsschlüssel – die Antworten kennt ein aufrichtiger Deutscher ja eh, gell?
  3. Ein Jodeldiplom B1.

Natürlich gibt es noch ganz viele andere Bestimmungen, die sich je nach Wohnort und Bundesland unterscheiden. Aber wer diese drei Punkte hat, der hat schon mal was.

Familiendatei

Mit einer derzeit 191 Personen umfassenden, hübsch durchsortierten GEDCOM-Stammbaumdatei stelle ich mir langsam die Frage, woher ich noch weitere Informationen über meine Familie bekommen soll. Sie ist so weitverzweigt, dass man – falls nicht in diesem Gewusel aufgewachsen – niemals auch nur den Hauch eines Überblicks bekäme.

Oma Reska wusste noch Bescheid. Die konnte mehr als vier Generationen auswendig, mitsamt Geschwistern, Geburts-, Konfirmations- und Heiratsdaten. In anderen Zweigen kommt erschwerend die Sache mit den multiplen Heiraten hinzu. Wer hat alle Kinder parat? Die Großeltern, vor allem aber die Onkel und Tanten?

Und jetzt?

Es heißt: Abwarten. Wenigstens sind die bisher gesammelten Daten standardisiert und gut aufgehoben. Sollte also eines Tages ein Wunderwerk der Programmierkunst doch noch das Unmögliche entwirren können, steht alles bereit.

Update: Nach einigen kleinen Bereinigungen sind wir bei 189 Personen angekommen. Fünf Generationen vor mir kann ich da in gerader Linie verfolgen!

Jodeldiplom B2

Sobald man sich nur ein wenig mit der Frage auseinandersetzt, wie einem ortsunkundigen Ausländer rasch und problemlos die deutsche Sprache näherzubringen sei, muss man als konsequent verbildeter Mensch erst einmal auf staat- oder ähnliche Einrichtungen eingehen. Da wären (in Deutschland) zum einen die Integrationskurse des BMI, und zum anderen Angebote von Volkshochschulen und Universitäten.

Da in unserem Fall für verschiedene Stellen ein Goethe–Zertifikat von besonderer Wichtigkeit ist, dem Ausländer der Aspekt der Integration lieber privat näher gebracht werden soll, die Sprachkenntnisse jedoch noch nicht dem DSH-Niveau entsprechen, bleibt demnach die Volkshochschule als einzige Option übrig.

Nach einem Blick auf das Kursangebot stellt sich schnell heraus, dass z.B. ein Sprachkurs DaF der Stufe B2 für ein Halbjahr €195 zzgl. Lehrmaterialien kostet, diese Stufe jedoch zweigeteilt ist, sodass man gleich das Doppelte ansetzen kann.

Jetzt versteht man gleich, weshalb Sprachenlernen ein solch großer Markt ist. Im Nachfolgenden eine Systematische Herangehensweise und Aufstellung der Kosten zum Erreichen des Zertifikats B2 der Goethe-Institute:

  • VHS-Kurse: 2 × A1, 2 × A2, 2 × B1, 2 × B2 = 8 × €200 = €1600
  • Lehrmaterialien für die Unterstufe (A1, A2, B1): Klett Passwort Deutsch (Arbeitsbuch inkl. CD) in 5 Bänden: 5 × €17,95 = €89,75
  • Lehrmaterialien für die Mittelstufe (B2): Klett Mittelpunkt (Lehrbuch + Arbeitsbuch inkl. CD) in jeweils 1 Band: €22,95 + €16,98 = €39,94
  • Lehrmaterialien zur Prüfungsvorbereitung: Klett Mit Erfolg zum Goethe-Zertifikat B2 (Übungsbuch inkl. CD): €16,95
  • Prüfung an einem Goethe-Institut in Deutschland: €180

So kommt man auf die stolze Mindestsumme von €1926,64 bei einer Lerndauer von (ich schätze) 4,5–5 Jahren.

Deutlich zu viel.

Persönliche Informationen

Informationen – das hatten wir gestern festgestellt – werden heutzutage im Internet zuhauf und teils kostenlos zur Verfügung gestellt. Leider hat man kaum die Möglichkeit, die Qualität dieser Datenflut auch zu validieren, also ihr Entstehen und ihre Beschaffenheit an sich als wie angegeben festzustellen oder als großen Quark eines X-beliebigen Dummschwätzers zu entlarven.

Gerade weil wir diesen aber Schutzlos ausgeliefert sind, treiben sie mit uns allerhand Schabernack. Im besten Fall geht es dabei nur um Daten die wir brauchen. Aber was passiert, wenn z.B. Daten über uns falsch anderen Personen mitgeteilt werden?

Hierfür gibt es meiner Ansicht nach zwei Strategien: Die erste und gleichzeitig weitverbreitetste sieht volle Geheimhaltung vor. Man schreibt keinen Blog, benutzt überall andere Nicknames und versucht überhaupt anonym zu bleiben. Gibt es aber nur ein einziges Datenleck, z.B. ein unvorsichtig übermitteltes Formular oder Profil auf einer Internetplattform oder gar einem Sozialen Netzwerk, ist alles verloren: Das Internet vergisst nie. Es gibt immer irgendwo von allem eine Kopie.

Viel zielgerichteter scheint vor allem in der Hinsicht auf die hohe Lebenserwartung eines jeden Internet-Affinen Web-Benutzers die Gelegenheit, den Eindruck von sich selbst maßgeblich mitzugestalten. Das beinhaltet schonungslose Veröffentlichung von allerlei mehr oder minder wichtigen Informationen, zumindest aber denen, die wir auch einem Fremden auf der Straße bedenkenlos anvertrauen würden. Außerdem schlagen wir hiermit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir werden gefunden, und behalten die Kontrolle über unser Erscheinen im Internet.

Das Internet: Eine Einleitung

Nach mehreren Wochen Sendepause gibt ebendiese mir die Gelegenheit, einmal klar und deutlich zu machen, weshalb sich dieser Blog so garnicht ernst nimmt, und jene, die die bisher veröffentlichten Einträge für Voll und meinen Lebensalltag bestimmend angesehen, so garnichts verstanden haben.

Im Zeitalter des Internets, sagt man wäre alles Information, und hinge alles von Informationen ab. Obwohl das nichts Neues ist, und in der Menschheitsgeschichte schon immer diejenigen einen Vorteil vor ihren Zeitgenossen hatten, die dies beherzten, scheint ein Großteil der Elektro-Affinen Bevölkerung erst langsam darauf zu stoßen. Was aber zieht sie als Konsequenz daraus?

Natürlich wollen sie Quantität, denken nicht darüber nach, dass sie mit wenigen, guten Informationen mehr Chancen haben, einen Sachverhalt besser zu verstehen, als grundsätzlich mit wenigen Mausklicks (vermeindlich) alles vor sich zu sehen. Das aber kann und muss schon deswegen scheitern, weil das Internet nun einmal größer ist, als Google und Yahoo jemals herausfinden könnten, und zum anderen schon einmal als die geistige Kapazität der meisten Suchenden.

Gerade aber geht es nicht ums Suchen, sondern ums Finden!

Wo eben noch die Rede von Elektro-Affin war, lässt sich daraus auch schon die Ernüchterung ableiten: Etwas vom Internet verstehen heißt nicht, auf Google “mercedes.de” einzugeben, um kurz darauf auf das erste Suchergebnis zu klicken. Um das Internet zu verstehen bedarf es eines Verständnisses von sowohl physikalischen, als auch virtuellen Netzwerken, Protokollen, Schnittstellen und Diensten, dem ganzen Zeug eben, das dem Leser (ja, Dir!) nicht die Bohne sagt.

Schließen wir aber daraus, dass er (ja, immer noch Du!) dumm ist und der Verfasser (das bin ich) schlau? Nicht im Geringsten.

Wie immer im Leben geht es um ständiges Lernen. Wer das Web (und auch hier sei dem geneigten Leser verraten, dass das nicht das Selbe wie das Internet ist) als Klicki-Bunti-Spielwiese versteht, mag grundsätzlich rechtbehalten, verschenkt mit dieser Sicht jedoch die Chance, den eingentlichen Grund all dessen zu erfahren, was da vor seinen Augen flimmert, der da wäre: Information!

Fronleichnam in Pohlheim

Ein langes Fronleichnam-Wochenende in Watzenborn-Steinberg bringt vor allem Zerstreuung, wenn man sich in den farbenfrohen Garten wagt. Aber es lauern dort auch Gefahren! Entdecken Sie mit.